Über hundert Delegierte haben auf der ersten Generalversammlung der diözesanen Synode in Johannisthal das sogenannte Abschlussdokument genehmigt, das zusammenfasst und beschreibt, wie die örtlichen Gläubigen die gegenwärtige Situation in der Diözese hinsichtlich Organisation, Missionen und Finanzen sehen.
„Das diesjährige Abschlussdokument sollte wie eine Karte sein, die beschreibt, wo wir uns als Diözese befinden. Jetzt informieren die synodalen Delegierten ihre Pfarreien, Gemeinschaften und Gruppen über die Ergebnisse,“ erklärt Růžena Ambrožová, Mitglied des synodalen Teams, und ergänzt: „Die diözesane Synode wird nicht nur in Anknüpfung an das diözesane Abschlussdokument der Synode fortgesetzt, sondern auch an das Dokument, das aus der Oktober-Generalversammlung der weltweiten Synode in Rom hervorgegangen ist.“
Das diözesane Dokument spricht darüber, wie in den letzten zehn Jahren die Zahl der Teilnehmer an den Sonntagsmessen um ein Viertel gesunken ist und das durchschnittliche Alter der Priester gestiegen ist. Es wird auch thematisiert, dass die kirchliche Gemeinschaft Schwierigkeiten in der Kommunikation hat und nicht weiß, wie sie Missionen durchführen kann, dass die pastoralen Mitarbeiter unterbewertet sind und die Pfarreien in ihren Finanzen intransparent sind.
Im Dokument steht, dass die Menschen oft die Plzeň-diözese mit dem Begriff „Misionsgebiet“ in Verbindung bringen, was auch bei der synodalen Anhörung der Diözese teilweise zu erkennen war. Hier bemerken die Delegierten einen bestimmten Widerspruch: „Einerseits sagen wir, dass wir ein Missionsgebiet sind, andererseits zeugen unsere Praktiken davon, dass wir keine Missionare, sondern Pfarrer wollen.“ „Obwohl Stimmen laut werden, dass die organisatorischen Strukturen der dortigen Missionssituation nicht entsprechen, sind wir gleichzeitig nicht immer bereit, Wege zu suchen, wie diese Situationen den Strukturen angepasst werden können, und wollen, dass der Pfarrer bei uns, in unserer Gemeinde, in unserer Kirche ist,“ steht im Dokument. Aus dem Zuhören vieler Menschen in der Diözese ergibt sich, dass „Mission“, so wie sie in der Diözese oft verstanden wird, sich nicht nur auf das Evangelium durch Wortverkündigung beschränkt, sondern sich auch durch alle anderen grundlegenden Ausdrucksformen der Pastoral in der Diözese und in den Pfarreien zieht: dem Feiern von Gottesdiensten, dem Dienst an den Menschen in Not und dem Zusammenkommen in Gemeinschaft.
Gemeinsam arbeiten
Bei der diözesanen Anhörung waren auch deutlich Stimmen zu hören, die auf die Bedeutung von synodal gegründeten Haltungen, Prozessen und Strukturen der Mitentscheidung in den pastoralen und wirtschaftlichen Räten der Pfarreien und der Diözese hinweisen, die bereits allein durch ihre Zusammenarbeit, Respekt und Unterscheidung als hochgradig missionarisch angesehen werden können.
Mission als Lebensstil und Dienst, der auf Dialog und Respekt gegenüber allen basiert, ist etwas, was bereits jetzt in Keimformen auch in der Praxis einiger Pfarreien oder Gemeinschaften zu finden ist, was aber gleichzeitig nach weiterer Reflexion, Vertiefung und Begleitung ruft, und das in der Kommunikation mit der weltweiten Kirche. In der diözesanen Anhörung nahmen die Delegierten oft die Spannung zwischen der Wichtigkeit der „lokalen“ Verwurzelung und der „globalen“ Mission wahr. In der lokal verwurzelten Form der „Mission durch bloße Präsenz“ stehen jedoch häufig der Rückgang der Priester, der mobile Lebensstil und die Vielfalt der verschiedenen „Welten“ heutiger Menschen im Weg (woanders wohnen, woanders arbeiten, woanders zu Ämtern fahren...) usw. Im Abschlussdokument denken die Delegierten darüber nach, wie man der Notwendigkeit nachkommen kann, die lokale Kontinuität und Verwurzelung zu unterstützen und gleichzeitig sensibel die heutigen Menschen in ihrer Unverwurzeltheit und extremen Mobilität zu begleiten.
Auf Grundlage der diözesanen Anhörung nehmen die Delegierten weiterhin intensiv die Notwendigkeit eines spezifischen Ansatzes für verschiedene Standorte wahr.
Das gesamte Abschlussdokument zusammen mit den Anhängen ist auf der Website synoda.bip.cz verfügbar. Jetzt im November beginnt (Korrektur: im Januar beginnt) die zweite Etappe der diözesanen Synode, in der Antworten auf die Frage gesucht werden: „Wohin sollen wir gehen?“ Das Ergebnis der zweiten Etappe soll die Formulierung langfristiger Ziele der Diözese sein.
Kateřina Odvodyová
Der Artikel erschien im Katholischen Wochenblatt Nr. 47.


